Heinrich Tessenow-Festwoche 2026
20.05.2026 + 21.05.2026
Henning-Voscherau-Platz 1, 20457 Hamburg

Zum 150. Geburtstag von Heinrich Tessenow richtet das Heinrich Tessenow-Institut zusammen mit pmp Projekt GmbH sowie dem Lehrstuhl Prof. Fusi von der HafenCity Universität verschiedene Veranstaltungen im Rahmen des Architektur Sommers aus:

Preisverleihung der Heinrich Tessenow – Medaille 2026 an Florian Nagler mit Vernissage „ESSENTIAL“
Mittwoch, den 20.05.2026 um 16:00 Uhr
Henning-Voscherau-Platz 1, 20457 Hamburg
Auditorium

Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft verleiht die Heinrich Tessenow-Medaille 2026 an den deutschen Architekten Florian Nagler. Ein Grußwort wird Frau Senatorin Karen Pein an die Anwesenden richten. Die Laudatio spricht Herr Prof. Dr. Dietrich Erben von der Technischen Universität München.
Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft feiert in diesem Jahr in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg den 150-jährigen Geburtstag von Heinrich Tessenow. Im Rahmen einer Festveranstaltung wird im Anschluss an die Preisverleihung eine Ausstellung zum Thema „ESSENTIAL” eröffnet.
In der Ausstellung werden Werke von Florian Nagler Architekten sowie ausgewählte Architekturprojekte aus dem Entwurfskurs von Prof. Paolo Fusi gezeigt, die im Dialog mit gebauten Beispielen von Schülern Heinrich Tessenows erarbeitet wurden. Außerdem werden Beiträge von ehemaligen Preisträgern der Heinrich Tessenow-Medaille präsentiert, die noch aktiv tätig sind.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026. Weitere Infos unter: www.architektursommer.de

Symposium „Heinrich Tessenow – Positionen gestern und heute“
Donnerstag, den 21.05.2026 um 10:00 Uhr
Henning-Voscherau-Platz 1, 20457 Hamburg
Auditorium

In diesem Symposium wird das Denken und Schaffen des Architekten und Hochschullehrers Heinrich Tessenow (1876-1950) eingehend betrachtet.

Seine architektonischen Werke reichen von kleinen Wohnhäusern in der Gartenstadt über öffentlichen Bauten in der Großstadt bis zu städtebaulichen Entwürfen von Kleinstädten sowie Konzepte für den Wiederaufbau nach den Kriegsjahren.
Sein Buch „Hausbau und dergleichen“, welches 1916 publiziert und später in mehreren Sprachen veröffentlich wurde, begeistert Architekten auch heute noch und zählt inzwischen zu den einflussreichsten Publikationen der Reformarchitektur. Seine Veröffentlichung von „Handwerk und Kleinstadt“ von 1919 setzt sich intensiv mit sozialen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander und bestätigt einmal mehr die Aktualität Tessenows.

Das Symposium wird nicht nur seine Werke und zentralen Überzeugungen aufzeigen, sondern internationale Experten, darunter Mitglieder der Heinrich Tessenow-Gesellschaft und Preisträger der Heinrich Tessenow-Medaille, werden die Frage beantworten, weshalb sein architektonisches Schaffen bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.

10.00 Einführung Jürgen Padberg
10.15 Prof. Gerald Adler „Gegensätze“
11.00 Dr. Carsten Liesenberg „`Er hat Schule gebildet´“
11.45 Pause
12.00 Theo Böll „Briefe“
12.45 Anne Lacaton „Projets“
13.30 Pause
14.15 Dr. Juerjen Zeinstra „Zeichnungen“
15.00 Prof. Hartmut Frank „Die Nazis haben sich Tessenow angeeignet, oder wollten sie es“
15.45 Prof. Martin Boesch „Projekte“
16.45 Zusammenfassung/Roundtable

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026. Weitere Infos unter: www.architektursommer.de

Buchvorstellung „Das einfache Haus von Heinrich Tessenow“
Donnerstag, den 21.05.2026 um 17:00 Uhr
Henning-Voscherau-Platz 1, 20457 Hamburg
Auditorium

Das Buch „Das einfache Haus von HT – la casa semplice di HT” vom Mailänder Architekten Prof. Dr. Francesco Collotti wird in Form einer Buchvorstellung erstmals in Deutschland präsentiert und diskutiert. Das Buch erschien im Winter 2025/26 zunächst auf Italienisch in der Reihe FIGURE, Verlag LetteraVentidue (Syracus). Das Buch ist in einer begrenzten Auflage auf Deutsch für Frühling 2026 geplant.
Das Ausschusskomitee der Reihe „Figure“ (Verlag LetteraVentidue – Syrakus) hat Prof. Collotti als Schüler von Giorgio Grassi um ein kleines Buch gebten, in dem er erklärt „che cosa ho imparato da Tessenow – was ich vom HT gelernt habe“. Prof. Collotti beschreibt darin, wo er in seinem Schaffen als Lehrer und Architekt die Aktualität des Themas „learning from HT“ vertieft. Das Nachwort wurde von Prof. Martin Boesch verfasst.
Nach einer kurzen Einleitung durch Prof. Collotti wird Prof. Paolo Fusi das Buch diskutieren.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2026. Weitere Infos unter: www.architektursommer.de

Jahrestagung 2025 der Heinrich Tessenow-Gesellschaft in Budapest

Die Heinrich Tessenow-Gesellschaft hat ihre Jahrestagung 2025 vom 30. Mai bis zum 1. Juni in Budapest durchgeführt. An den beiden Tagen vor und nach der Mitgliederversammlung am 31. Mai fand je eine Fachexkursion statt, die uns am ersten Tag zur Arbeitersiedlung der Städtischen Gaswerke, zu den städtischen Wohnhäusern an der Bécsi út, zur Einfamilienhäuser-Mustersiedlung Napraforgó utca (gleichsam eine „kleine Schwester“ der Weißenhofsiedlung in Stuttgart), zum Radnóti-Gymnasium (Gábor Goldberger, der Sohn des zweiten Rektors des damaligen jüdischen Gymnasiums, war ein Student Tessenows) und nicht zuletzt zur katholischen Pfarrkirche Városmajor (Entwurf von Aladár und Bertalan Árkay, geweiht 1933) geführt hat, über die Herr Pál Ritoók, Kunsthistoriker und Abteilungsleiter des Architekturmuseums, vor Ort einen spannenden Vortrag hielt (wofür wir besonders dankbar sind, da seine Stimmbänder infolge einer Erkrankung bereits vorher strapaziert waren). Er wies auf die verschiedenen Anregungen hin, die für die Architekten eine Rolle gespielt haben, u.a. das räumliche Konzept der Stadthalle Magdeburg von Johannes Göderitz sowie die zeitgenössische Architektur Italiens. Am zweiten Exkursionstag haben wir insbesondere das Wohngebiet Lakatos út (städtebaulicher Entwurf von János Brenner sen.) und die Wekerle-Siedlung, eine auf Initiative des ungarischen Finanzministeriums seit 1908 errichtete eigenständige Variante der Gartenstadt-Idee, sowie das 1936-37 errichtete Terminal des früheren ersten internationalen Flughafens von Budapest im Stadtteil Budaörs (Entwurf von Virgil Bierbauer-Borbíró und László Králik, 1936), dessen zentraler Trakt mit dem kreisförmigen Grundriss eine originelle Lösung der damals noch relativ neuen Bauaufgabe darstellt.

Gastgeber für die Mitgliederversammlung war das Ungarische Architekturmuseum und Denkmalschutz-Dokumentationszentrum (ungarisch abgekürzt MÉM MDK, https://memmdk.hu/en), von dessen stellvertretender Direktorin, Frau Dr. Katalin Bódiné Kersner wir begrüßt wurden. Sie erläuterte in ihrer Begrüßung sowohl die Aufgaben des MÉM MDK als zentrale Sammlungs- und Forschungseinrichtung der Geschichte der Architektur Ungarns, als auch die Bedeutung des Tagungsortes selbst. Die Villa Rózsi Walter wurde 1936 nach einem Entwurf des renommierten Architekten József Fischer errichtet (und nach Plänen von László Kokas unter Teilnahme von Frau Dr. Kersner nach jahrzehntelangen, nicht sachgemäßen Umbaumaßnahmen saniert), während die statisch-konstruktive Planung von seiner Ehefrau Eszter Pécsi stammte, der ersten Bauingenieurin Ungarns. Unter Leitung der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Fanni Magyaróvári hatten wir Gelegenheit zu einer Führung durch die Villa, die u.a. wechselnden Ausstellungen dient, bei unserem Besuch wurde das Lebenswerk des Innenraumgestalter-Ehepaars Gyula Kaesz und Kató Lukáts gezeigt.

Die organisatorische Vorbereitung unserer Mitgliederversammlung aufseiten des MÉM MDK lag bei Frau Eszter Gyárfás, Kulturmanagerin der Villa Rózsi Walter, deren persönlichem Engagement für das gute Gelingen mein besonderer Dank gilt. Ich danke ferner unseren Mitgliedern Lara Frommert, Ilona Sellin und János Brenner, die sich seitens der HTG um die Vorbereitung und Durchführung gekümmert haben.

Architekt Dipl.-Ing. Jürgen Padberg

Vorsitzender der Heinrich Tessenow-Gesellschaft

Heinrich Tessenow – Medaille 2025 an Bernard Quirot
Festakt an der ZHAW Architektur Winterthur, Blauer Saal, Tössfeldstrasse 13, Winterthur
28. April 2025, 18.00 Uhr
Begrüssung Prof. Dr. Oya Atalay Franck
Jürgen Padberg, Heinrich Tessenow-Gesellschaft, Hamburg
Laudatio Tibor Joanelly
Vortrag von Bernard Quirot
Musik Gilbert Nouno und Conrad Steinmann

Ausstellung
Heinrich Tessenow. Annäherungen und ikonische Projekte
ZHAW Architektur Winterthur, Rote Halle 191, Tössfeldstrasse 13, Winterthur
24. März bis 10. Mai 2025
Kuratiert von Prof. Martin Boesch
Link zur Ausstellung
heinrich-tessenow.ch

Das Buch zur Ausstellung
Heinrich Tessenow. Annäherungen und ikonische Projekte
Hrsg. Martin Boesch, mit Beiträgen von 30 AutorInnen aus ganz Europa
532 Seiten, ca. 1’400 Abbildungen, 28.5 x 30cm, Juni 2023
Deutsche Ausgabe: Edition Hochparterre, ISBN 978-3-909928-82-8
Italienische Ausgabe: Mendrisio Academy Press / Silvana Editoriale, ISBN 9788836652105